Corona-Homeschooling-Serie (#8): Träume wecken

Träume wecken, Träume entdecken

Wie im letzten Artikel schon beschrieben, kann man Motivation «nur» fördernd beinflussen. Gerade bei der Motivation gilt die Aussage von Heraklit, nach der Lernen nicht dem Füllen eines Eimers, sondern dem Entfachen eines Feuers entspricht.

Dies steht total im Kontrast zur Idee, dass Lehrende oder Eltern Motivationsspritzen oder «Zuckerbrot und Peitsche» einsetzen sollen, um die Motivation von Kindern und Jugendlichen zu formen.

Lernende sind keine Wesen, die durch Spritzen «gedopt» werden können oder wie im Zirkus auf die Befehle des Dompteurs reagieren.

Spätestens im Teenageralter stossen wir mit solchen Methoden oftmals auf Granit.

Emotionen – ein zentrales Element

Mit der Befriedigung der drei Grundbedürfnisse (Beziehung, Kompetenz und Selbstverantwortung) sind Emotionen verbunden. Empfinden wir positive Emotionen, wollen wir diese immer wieder erleben. Tatsache ist, dass gute Noten alleine nicht nachhaltig als Emotion oder Antrieb wirken. Es sind nur Zahlen in einem System. Was uns Menschen aber wirklich bewegt, sind Emotionen. Wie gelingt es uns diese Emotionen zu wecken? Es gibt dieses bekannte Zitat von Antoine de Saint Exupéry, (1900 – 1944) frz. Flieger und Schriftsteller, das uns dabei auf die Spur hilft:

Wenn du ein Schiff bauen willst, dann trommle nicht Männer zusammen, um Holz zu beschaffen, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre sie die Sehnsucht nach dem weiten, endlosen Meer.

Über Visionen und Träume sprechen

Viele von uns sind sich das nicht gewohnt. Wir sprechen nicht so gerne über Träume und Visionen, weil wir schon im Vornherein davor Angst haben, dass wir scheitern könnten. Wir fürchten uns vor der Enttäuschung. Damit ersticken wir  aber einen wichtigen Teil von Motivation und positiven Emotionen schon im Keim. Dies führt dazu, …

… dass Leben ungelebt, Ideen nicht umgesetzt und Talente vergraben bleiben.

Wählen wir einen anderen Weg: Lasst uns mutig sein und gemeinsam mit den Kindern einen Traum und eine Vision entwickeln, für die sie innerlich brennen. In diesem Prozess lernen wir unsere Kinder noch besser kennen: Was sind ihre Sehnsüchte, ihre Talente, wofür sind sie begeistert? Oder auch, was ist ihr ganz persönlicher Beitrag auf dieser Welt? Dabei zeigt sich eine Perspektive, ein Lebenstraum oder ein Fernziel, das über den Schulabschluss hinausgeht. Diese Träume und Visionen sind mit lebenswichtigen und motivierenden Emotionen verbunden. Die zentralen Fragen lauten:

Was würde ich in meinem späteren Leben am liebsten machen?

Wie könnte ich mir diesen oder einen ähnlichen Traum erfüllen?

Kinder arbeiten für Träume, nicht für Zahlen. Ermutigen wir unsere Kinder bei der Verfolgung ihrer eigenen Visionen – ganz gleich, ob wir sie persönlich für unrealistisch halten. Wenn Kinder für etwas in ihrem Leben kämpfen, können sie sich weiterentwickeln. Auf dem Weg zum Ziel wird sich die Zielvision von alleine korrigieren. Wir dürfen sie nicht von anfang an mit unserer Einschätzung ersticken.

Und zu guter Letzt: Niemand erreicht ein (grosses) Ziel, ohne einen (grossen) Traum. Träumen wir und halten wir Visionen hoch.

 

Filmtipp zu diesem Thema: October Sky (ab 6 Jahren freigegeben)

 

 

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